Zunächst einmal möchte sich die IG Marienhafe für die enorme Beteiligung bedanken. Die
große Anzahl an auswertbaren Fragebögen zeigt, dass das Thema als wichtig für die
Entwicklung des Fleckens Marienhafe wahrgenommen wird. Zudem konnten mittels der
Fragebögen auch viele Wünsche und Anregungen gesammelt werden, die für zukünftige
Maßnahmen in Betracht gezogen werden können.
Im Ergebnis fiel die Umfrage hinsichtlich der Verkehrsführung eindeutig aus. Eine deutliche
Mehrheit der Befragten spricht sich hierbei gegen die Fortführung der Einbahnstraße aus. Das
Ergebnis spiegelt sich in allen Altersgruppen und auch bei den Nutzern unterschiedlicher
Verkehrsmittel (Autofahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger) in ähnlicher Ausprägung wider.
Der ursprünglich bis zum 31. August 2026 geplante Verkehrsversuch wird somit vorzeitig
beendet. Die im Rahmen des Verkehrsversuchs ergriffenen Maßnahmen wie die Aufstellung
der Blumenkübel, die vorübergehende Ausweisung weiterer Parkplätze sowie die
Beschilderung werden am Donnerstagabend (16.07.2026) von Mitarbeitern des Bauhofs der
Samtgemeinde entfernt, so dass die ursprüngliche Straßenführung ab dem 17.07.2026
(Freitag) wieder gelten wird. Somit ist ab diesem Zeitpunkt der Begegnungsverkehr in der
Rosenstraße wieder möglich.
Eine Ausnahme stellt allerdings die Marktstraße dar. Diese soll auf Wunsch der Samtgemeinde
bis Ende August weiterhin als Einbahnstraße geführt und getestet werden, da diese Straße
ohnehin schmal und unübersichtlich ist und ein besserer Verkehrsfluss und eine höhere
Verkehrssicherheit erreicht wird, wenn diese Straße nur in eine Richtung befahrbar ist. Somit
besteht weiterhin von der Marktstraße aus Richtung Marktplatz kommend bis zum
Kreuzungsbereich Marktstraße/Bahnhofstraße eine Einbahnstraßenregelung.
Mit der Befragung sind auch viele Rückmeldungen, beispielsweise zur erreichten
Verkehrsberuhigung und Erhöhung der Aufenthaltsqualität, eingegangen. Im Rahmen der
offenen Fragestellung wurden auch viele Hinweise und konstruktive Vorschläge vorgetragen,
mit denen sich die Interessengemeinschaft und alle, die sich mit der attraktiven Gestaltung
des Ortskerns beschäftigen, in Zukunft auseinandersetzen können. Insgesamt wurde die nun
getestete Einbahnstraßenregelung allerdings nicht als Verbesserung der innerörtlichen
Verkehrssituation bewertet. Durch die neue Verkehrsregelung hat sich die Verkehrssituation
aus Sicht der Verkehrsteilnehmer insgesamt eher verschlechtert. Die Befragten gaben u.a.
auch an, dass sich die Verkehrsregelung negativ auf ihr Einkaufsverhalten auswirkt. Diese
Entwicklung allein ist für uns ein grundlegender Faktor, den Verkehrsversuch vorzeitig zu
beenden. Das Ergebnis der Befragung spiegelt sich auch in den bereits vorgetragenen
Umsatzeinbußen einzelner Geschäftsbetriebe wider. An dieser Stelle ist allerdings auch zu
erwähnen, dass sich die derzeit angespannte wirtschaftliche Situation auch negativ auf das
Kaufverhalten der Konsumenten auswirkt, was sich ebenfalls aus der Umfrage ableiten lässt.
Der Verkehrsversuch war wichtig, um das von der IG favorisierte Verkehrsmodell und deren
Synergieeffekt vollumfänglich im Echtbetrieb zu testen. Die Befragung gibt allerdings
Aufschluss darüber, dass die prognostizierten Vorteile nicht wie erhofft wahrgenommen
werden und sich tatsächlich eher negativ auf das Konsumverhalten der Besucher*innen
auswirken.
Es gilt nun, die vielen Wünsche und Anregungen, die aus der Bevölkerung kamen, zu sichten
und auf eine mögliche Umsetzung abzuklopfen. Das Ziel, den Ortskern von Marienhafe
weiterhin attraktiv zu erhalten und dem allgemeinen Trend einer rückläufigen
Einzelhandelsfunktion der Ortskerne entgegenzuwirken, ist und bleibt weiterhin eine
herausfordernde Aufgabe für alle Beteiligten. Hierfür darf es keine Vorbehalte und
Denkverbote geben. Ggf. müssen neue Ideen, wie im vorliegenden Projekt, auch ausprobiert
werden, um deren Wirkung beurteilen zu können.
Neben dem Arbeitskreis Nahversorgung des Projekts Dorfregion Brookmerland hat auch der
Arbeitskreis Wirtschaftsförderung der IG Marienhafe diese herausfordernde Aufgabe bereits
in Angriff genommen. Die Interessengemeinschaft der Kaufleute, die Samtgemeinde
Brookmerland, die Gemeinde Marienhafe wie auch alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass es
gelingen wird, dass Marienhafe auch morgen noch als attraktiver Einkaufsort wahrgenommen
wird.
Die Ergebnisse der Umfrage werden zeitnah online einsehbar sein unter www.ig-marienhafe.de